Unter Deck der Centurion 32

Seegängig konstruiert, hochwertig ausgebaut und schnell segelnd, war der IOR-Entwurf von Holman & Pye aus dem Jahre 1968 ein früher Verkaufsschlager im französischen Bootsbau. Für die Wauquiez-Werft bedeutete die Centurion 32 damals den Durchbruch, für andere Werften war sie wegweisend. Ein Blick unter Deck

Die Centurion 32 verfügt über ein ansehnliches Raumvolumen für eine Yacht von gerade mal 7,45 Metern Wasserlinienlänge. Vor allem der zentrale Salon konnte so goßzügig realisiert werden: Einem U-Sofa, das durch Absenken des Tisches zu einer Doppelkoje verwandelt wird, steht eine Längskoje gegenüber. Kurios: Um die volle Liegelänge zu erreichen, steckt man seine Füße durch eine Öffnung in den großen Nassschrank hinter dem Hauptschott. Ihm gegenüber liegt die abgetrennte Nasszelle mit Pump-WC, Waschbecken und zwei Stauschränken. Die nach vorn abschließende V-Koje besticht durch ausreichend Liegefläche und saubere Holzarbeiten wie die aufwändigen Seitenwegerungen, die von vielen Arbeitsstunden zeugen.

Steuerbords am Niedergang positionierte man eine großzügige L-Pantry, die die Treppe als Ablagefläche clever mit ausnutzt – und genügend Platz für Pött und Pann liefert. Ihr gegenüber liegt eine ebenfalls souveräne Navigation in Fahrtrichtung mit großem Klapptisch und seitlichen Ablagen, die das Kopfende der Hundekoje unter der Plicht gleichzeitig als Sitz nutzt. So konnte die Freiwache schnell zwischen Ruhen und notwendiger Navigation auf Nachtfahrt wechseln – und wichtige Informationen zur wachhabenden Crew an Deck direkt weitergeben.

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Auch die zahlreichen Handläufe, Griffe und Schlingerleisten zeugen von der Ausrichtung der Centurion als echtes Seeschiff. Der einheitlich gemaserte Teakausbau harmoniert hervorragend mit den weißen Lackflächen an der Decke und Hauptschott – und lässt die 32er nicht so dunkel erscheinen wie viele andere Yachten jener Ära. Das Holzfinish war damals überdurchschnittlich, speziell für einen französischen Ausbau. Man darf nicht vergessen, dass die Konstrukteure Engländer waren.

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