Unter Deck der First 27

Nach einer Anteilsübernahme von 60 Prozent an der Seascape-Werft hat Bénéteau die Seascape-Baureihe in First-Linie umbenannt. Damit steht die Frage im Raum: Wurde nur der Name geändert, oder hat man auch an den Schiffen gedreht? Ein Blick unter Deck des größten Modells der neuen Linie

Zum Selbstverständnis einer Seascape / First 27 gehört nicht nur, dass die Yacht schnell segeln kann und regattatauglich ausgerüstet ist, sondern auch, dass die Crew auf ihr übernachten und an regattafreien Wochenenden oder während der Sommerferien mit ihr auf Törn gehen kann – allein, mit Freunden oder der Familie.

Den Mittelpunkt des Salons bildet der Schwert- beziehungsweise Kielkasten. Zu beiden Seiten des Kiel­kastens sind Sitzbänke aufgestellt, die im Salon eine Länge von zwei Metern erreichen und unter dem Cockpitboden nochmals (ohne Polsterauflage) zwei Meter weiterlaufen. Dieser Platz ist ideal zum Stauen von Kleidung, Schrubbern, sonstigen Sachen. Unter der Niedergangstreppe findet man nicht, wie sonst üblich, den Zugang zum Motor, sondern eine Kühlbox.

Weiter vorn verschließt eine Falttür den Weg ins Vorschiff. Einmal kurz in den Knick gestupst, faltet sich die Tür zusammen und gibt den Durchgang frei. Auf der Steuerbordseite kommt man an einer separaten Nasszelle vorbei. An Backbord sieht man einen kleinen Segelstauraum. Eine zweite Falttür, welche die vordere Dreieckskoje vom Rest des Aufbaus separiert, kann vor die Nasszelle geschwungen werden. Tatsächlich ist diese Kabine mit einer richtigen Seewassertoilette ausgestattet.

Bewegungsfreiheit, zum Ankleiden beispielsweise, gewährleistet der kleine Flur und eine vernünftig dimensionierte Decksluke. Wird sie geöffnet, kann man im Durchgang aufrecht stehen. Ansonsten ist keine Stehhöhe vorhanden. Nirgendwo. Maximal 1,45 Meter werden erreicht. In einer nur siebeneinhalb Meter langen Yacht, die schnell und konkurrenzfähig Rennen absolvieren soll, darf man eben keine Stehhöhe erwarten. Die Distanz von 1,05 Metern zwischen Bank und Decke garantiert immerhin komfortables Sitzen.

Gekocht wird entweder auf einem mobilen Gaskocher, für den es eine Gurt-Aufhängung gibt, die von der Decke baumelt, oder an einem extra Pantry-Block mit Spüle und Spirituskocher, der anstelle des Segelstauraums aufgebaut wird.

Wichtig zu wissen ist, dass sehr viele Teile, vor allem diejenigen, die seitens der Klassenvorschriften nicht erforderlich sind, ausgebaut und weggeräumt werden können. Und zwar im Nu. Die Türblätter werden ausgehängt, der faltbare Tisch abgeschraubt, die Crewtaschen, in denen die Mannschaft ihre persönlichen Sachen lagert, einfach aus ihren Halterungen genommen. Stauraum unter Deck ist eher Mangelware, denn große Teile der Kojensockel dienen als luftdichte Auftriebskörper.

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