Unter Deck der Hallberg Rassy 44

Modernes Rumpfdesign mit geradem Steven und Doppelruderanlage. Aber wie sieht es mit den gewohnten Komfort- und Sicherheits­standards aus, sind sie erhalten geblieben? Um das herauszufinden, haben wir die neue Mittelcockpit-Yacht zwei Tage lang im schwedischen Schärengarten ausgiebig gesegelt. So sieht sie unter Deck aus

Weil Komfort und auch ein hohes Maß an Luxus zum Selbstverständnis der knapp 14 Meter langen Hallberg Rassy gehören, ist die Ausrüstung außergewöhnlich umfangreich. In diesem Fall zum Zeigen, weil es sich um ein Vorführschiff handelt. Dass viele zukünftige Eigner dem Einrichtungs- und Ausrüstungsplan folgen wollen, darf angenommen werden, denn Dinge, die das Leben zu Hause angenehmer machen, möchte man, wenn es das Portemonnaie hergibt, auch an Bord seiner Yacht nicht missen.

Die Waschmaschine ist im vorderen Nassbrereich untergebracht, der Geschirrspüler steuerbords in der Pantry, die Mikrowelle backbord gegenüber. All diese Geräte und ihre Zuleitungen nehmen natürlich Platz ein. Wenn man dann noch bedenkt, dass auch Bug- und Heckstrahlruder Innenraum beanspruchen, jede Menge Heizungsschläuche Wärme in alle Kabinen transportieren, Wasser- und Treibstofftanks mit 650 beziehungsweise 365 Litern großzügig dimensioniert sind, wird klar: Stauraum könnte knapp werden, sofern alle sechs eingebauten Kojen belegt sind. Allerdings kann man davon ausgehen, dass sechs Personen auf längeren Törns selten mitsegeln werden, und für zwei bis vier reicht der Stauraum.

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Außerdem hat sich die Werft einiges einfallen lassen, um Stauraum selbst in den hintersten Ecken nutzbar zu machen. Kippt man beispielsweise die Lesesessel nach vorn, öffnet sich ein großer Zugang zum dahinter liegenden Raum, in dem sich Vieles verstauen lässt. Navigiert wird in einer separaten Navigationsecke steuerbord neben dem Niedergang, mit Blick in Fahrtrichtung und einem Kartentisch, der groß genug ist, Papierkarten darauf zu entfalten. Außerdem gibt es auch hier geschickt ins Mobiliar integrierte Staufächer, unter anderem im Sockel des Navi-Stuhls.

Variables Interieur-Layout

Die sechs Kojen sind auf drei Kabinen verteilt, zwei davon befinden sich im Vorschiff, eine im Heck. Von den beiden Vorschiffskabinen ist die vordere deutlich komfortabler. Bei der zweiten handelt es sich um eine enge Kabine, in dem außer einem Etagenbett und einem sehr schmalen Schrank nichts weiter eingebaut ist. Bewusst, denn idealerweise wird diese Kajüte nicht als Schlafzimmer, sondern als Lager genutzt.

Wie nicht anders zu erwarten, gibt es Alternativ-Interieur-Entwürfe für jeden Schiffsabschnitt; breites Bett in der Mitschiffs-Kabine, zweites Sofa anstelle der beiden Lesesessel, getrennte Betten im Eigner-Schlafzimmer…. In jedem Fall ist die Achterkajüte geräumig angelegt, denn das komplette Achterschiff ist dem Eignerpaar vorbehalten.

Da es sich bei der HR 44 um eine Mittelcockpityacht handelt, gelangt man durch den Küchentrakt und am Maschinenraum vorbei, dorthin. Beim Testschiff ist ein Inselbett aufgebaut. Zusätzlich gibt es eine gemütliche, halbrund gestaltete Sofaecke, diverse Schränke und einen Schminktisch samt großem Spiegel. Ein paar Schritte weiter kommt man in die Nasszelle mit separater Duschkabine. Die erforderliche Technik liegt sauber geordnet hinter der Wand und damit im Maschinen- beziehungsweise Technikraum. Der ist begehbar und ausgesprochen geräumig. Gute Zugänglichkeit von Motor und Aggregaten ist gegeben, genau wie eine sehr kompakte Raumdämmung, die Motorengeräusche überzeugend dämpfen soll.

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