Unter Deck der Hanse 348

Von ihrer Größe her geht die neue Hanse 348 noch knapp als Einstiegs-Cruiser durch. Dasselbe gilt für den Preis. Ein Blick unter Deck

Der erste Blick unter Deck der Hanse 348 sagt: Dieses Schiff ist modern und gleichzeitig wohnlich eingerichtet. Dank weißer Wände und Decken und des sehr hellen Furniers wirken die Räume hell und freundlich. Allein im Salondach sind zwei Skylights eingelassen, ein drittes sitzt in der Vorschiffskabine. Hinzu kommen Seitenfenster und Rumpffenster, die allesamt für große Helligkeit unter Deck sorgen. Farbakzente setzen dunkelgraue Polster und schieferfarbene Arbeitsflächen in der Pantry.

Der anschließende Inspektionsgang macht deutlich, was der erste Eindruck auch noch vermittelte: Im Großen und Ganzen ist die Einrichtung harmonisch und funktional. Kleider-, Bad- und Geschirrschränke sind vernünftig dimensioniert, der aufklappbare Navitisch ist groß genug zum Aufstellen des Laptops, aber auch für die klassische Navigation mit Sportbootkarten. Die Pantry lässt wenig Wünsche offen, sie ist mit allem ausgestattet, was der Smutje von einer Zehn-Meter-Yacht erwarten kann.

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Genaueres Hinsehen in versteckte Ecken, zum Beispiel hinter die Rückenlehnen der Sofas, zeigt allerdings, dass man Feintuning von der Hanse 348 nicht erwarten darf. Mehr Sorgfalt beim Angleichen von Laminatübergängen, die normalerweise von Polstern verdeckt werden, aber zum Vorschein kommen, sobald man die Stauräume bestückt, würde man sich wünschen. Dasselbe gilt unter anderem für einen besseren Schutz von Kabelsträngen. Bei einem Basispreis von 110.000 Euro für eine segelfertige Kajütyacht muss man natürlich Abstriche machen, das ist klar. Stellt sich aber die Frage: Darf man Feinschliff und sorgfältigere Verkleidung nicht erwarten, weil das zu diesen Konditionen nicht realisierbar ist? Oder soll einfach nur großzügig darüber hinweggeschaut werden?

Insgesamt macht das Interieur aber einen einladenden Eindruck und hat auf jeden Fall Wohlfühl-Potenzial. Alles, was man für einen Segelurlaub mit zwei bis vier Personen braucht, ist vorhanden. Zwar können zwei weitere Personen im Salon auf dem verbreiterbaren Sofa schlafen, doch sechs Segler sind auf einem 34-Fuß-Schiff (unabhängig vom Hersteller) zu viel, zumindest aber eine Herausforderung.

Damit wird auch schnell klar, dass die Standard-Einrichtung die stimmigere Ausbau-Variante ist. Hier gibt es nur zwei Kabinen, eine im Vorschiff, die zweite steuerbord unter dem Cockpitboden. Die Interieur-Variante gilt als Option und bietet eine dritte Kabine im Backbord-Achterschiff, mit dem Nachteil, dass auf eine große Backskiste verzichtet werden muss und damit wenig bis gar kein Platz zum Stauen sperriger Dinge bleibt. Auch das ist kein Hanse-typisches Phänomen. Bei allen Yachten dieser Größe muss auf die dritte Kabine verzichtet werden, wenn man sich Stauraum in Form einer geräumigen Backskiste erhalten will.

Unser Testschiff ist standardmäßig ausgebaut und verfügt daher über eine Backskiste. Die ist riesig, tief, voluminös und zum Glück von zwei Seiten aus zugänglich. Wie üblich lässt sie sich von oben aus bestücken, der zweite Zugang liegt unter Deck, an der Rückwand der Nasszelle. Tatsächlich ist die Luke so groß, dass man in die Backskiste hineinkriechen kann. Wer vermeiden möchte, dass die dort gelagerten Sachen (Klappräder, Segel, Rollkoffer) hin und her rutschen, wird Regale einbauen und/oder Tampen spannen, an denen zum Beispiel die Leinen der Fender angeknüpft werden können, damit sie auch vom Cockpit aus stets griffbereit sind.

Unter den Kojen ist der Stauraum von Tanks belegt. Im Vorschiff lagert das Trinkwasser, achtern der Treibstoff. Platz für Kleidung findet man in den Schränken, die sowohl Kleiderstangen als auch Borde haben. Bücher, Brillen etc. können auf den Schwalbennestern abgelegt werden. Man findet sie in allen Schlafräumen und im Salon.

Hier sitzt man sich auf zwei Sofas gegenüber, wobei das backbordseitige auch als Navigatoren-Sessel mit Blick ins Cockpit dient. Der Salon-Tisch ist mit zwei Seiten-Flügeln ausgestattet. Hochgestellt ergibt sich eine Tischfläche, die auf jeden Fall für Vier-Personen-Dinner-Runden reicht. Eine pfiffige Lösung wurde für das obligatorische Flaschenfach im Tischbein gefunden. Es ist als Schublade angelegt und wird am Kopfende aus dem Tisch herausgezogen. Unter den Sofas findet man Platz zum Stauen von Konserven, Wasserflaschen etc. Da die Polster mit den Sitzflächen verbunden sind, ist das Wegstauen schnell erledigt.

Schick und modern präsentiert sich die Pantry. Neben dem Spülbecken ist ein Abtropfbecken eingebaut, die Kühlbox-Kühlschrank-Kombination lässt sich von oben und von vorn bestücken, der kardanisch aufgehängte Herd verfügt über einen Backofen und eine große Lade darunter, in der „Pütt und Pann“ verschwinden. Erfreulicherweise wurde steuerbord daneben noch ein schmaler Schrank für den Mülleimer eingerichtet. Schapps und Schubladen für Geschirr und Besteck sind in ausreichender Zahl und Größe vorhanden.

Nun zum Bad, das eine wirkliche Überraschung bereithält: Betritt man den Raum, der Backbord neben dem Niedergang liegt, sieht man zunächst nur Waschbecken, WC und Badezimmerschränke. Wenn man dann allerdings um die Ecke schaut und die Falttür zusammenschiebt, öffnet sich ein zweiter Raum mit Dusche und Extra-Sitz.

1 Comment

  1. Sehr schöne Beschreibung für eine Wohnwagen.
    Segelt das Ding auch?

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