Unter Deck der Jaguar 25

Vom amerikanischen Ausnahme-Konstrukteur Frank Butler gezeichnet, startete der Bestseller Catalina 25 unter dem neuen Namen Jaguar 25 Mitte der 1970er in Europa eine zweite Karriere. In beiden Versionen weit über 6.000 Mal verkauft, war der visionäre Küstenkreuzer wegweisend für den Bootsbau – über den Ursprung des törntauglichen Kajütbootes

Wesentlich für den Erfolg der Jaguar war sicherlich das durchdachte Interieur. Kaum ein anderes Boot jener Jahre konnte in dieser Größe hinsichtlich des Komforts konkurrieren. Speziell dann, wenn man – wie die meisten – auf einen Innenborder verzichtete. Eine recht breite, offene Koje steuerbords, die sich bis unter die Plicht zog, wurde dann möglich – und war nicht weniger als eine Vorwegnahme heutiger Doppelkojen im Achterschiff.

Ihr gegenüber steht eine kleine, aber funktionale L-Pantry mit Spüle, Herd und einigen Staufächern für das Nötigste. Wegen der fortschrittlichen Modulbauweise konnte man beim Salon wählen: zwischen einer zeitgenössischen Dinette backbords, dank absenkbarem Tisch zu einer weiteren Koje umbaubar, oder einem L-förmigen Sofa-Layout mit gegenüberliegendem Längssofa – auch hier lässt sich der Salon-Tisch absenken, wodurch Salonkojen frei werden.

Man muss das Konzept im Zeitgeist sehen: Gesegelt wurde in den 1970ern offenbar mannschaftsweise, wie sich in zahlreichen Werbeprospekten nachlesen lässt. Die in der Wasserlinienlänge gerade mal 6,70 Meter lange Jaguar wurde so für sechs bis sieben Segler angepriesen! Nach heutigen Komfortansprüchen würde man eher von einem Pärchen ausgehen, das dann allerdings in einem abgetrennten Vorschiff mit WC, Stauschrank und Waschbecken ausreichend Platz findet. Wer jedoch eine Variante mit Außenborder und großer Achterkoje findet, kann den Nachwuchs nachts ins Vorschiff verfrachten und es sich achtern gemütlich machen – nach wie vor ein Argument bei einem Boot jener Jahre, das meist nur eine einfache Hundekoje aufwies.

Im Finish gibt sich die Jaguar noch heute als Vertreter des typisch englischen Bootsbaus: Schnörkellos, aber funktional. Das Teakinterieur wurde sauber aber einfach auf einer Innenschale eingepasst. Grobe Spaltmaße finden sich im Positiven genauso wenig wie Handläufe oder Schlingerleisten im Negativen – verzeihbar bei einem Boot dieser Größe, wo man immer irgendwie irgendwo Halt findet.

Im Layout, auch hinsichtlich Stauraum, gibt sich die Jaguar nach wie vor als durchdachtes Konzept für ein Boot dieser Größe. Optisch muss man von Teppichen am Boden bis hin zu Gardinen weiter oben nacharbeiten – normal, bei einem Boot, das schon zu Zeiten von Nato-Doppelbeschluss und Anti-Atomkraftbewegungen segelte. Wer beispielsweise von typisch türkisen Polstern in Blümchenmuster auf helle wechselt, verhilft dem Interieur zu einem zeitgemäßerem Wohlfühl-Ambiente.

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