Unter Deck der OE 32

Der Schwede Olle Enderlein zeichnete so wegweisende Boote wie die Rasmus, Monsun oder Hallberg-Rassy 352 und zählt heute zu den wichtigsten Konstrukteuren des letzten Jahrhunderts. In der OE 32 von 1971 verewigte er seine persönlichen Vorstellungen einer seegängigen Fahrtenyacht. Ein Blick unter Deck

Wer sich über das aussteifende Brückendeck unter Deck der OE 32 begibt, sieht sich mit einem üppigen Teakausbau aus den 1970er Jahren konfrontiert, der weit mehr bot als viele andere Yachten jener Jahre und Größe. Steuerbord, am Niedergang, sitzt vor der zeittypischen Hundekoje eine fahrtentaugliche Navigation mit großem Kartentisch in Fahrtrichtung. Rudergänger und Ruhender konnten so leicht Törnspezifisches miteinander kommunizieren. Gegenüber liegt eine vollwertige U-Pantry, die den Niedergang als Ablage geschickt mit ausnutzt und guten Halt bei Lage bietet. Zwei Kühlfächer, vier Schränke und zahlreiche Schubladen bieten viel Platz auch für längere Fahrtentörns.

Der asymmetrische Salon mittschiffs weist steuerbords eine Längs- und backbords ein U-Sofa auf, die sich beidseitig zu Salonkojen umbauen lassen. Darüber hängen vier ordentlich gearbeitete Stauschränke und offene Ablagen für allerlei Kleinkram. Das abgetrennte Vorschiff beherbergt ein für damalige Verhältnisse großes WC mit Porzellanwaschbecken und Kleiderschrank sowie eine relativ kleine V-Koje, die aber gemütlich in Holz ausgekleidet ist und neben Ablagen auch zwei kleine Schränke über der Koje aufweist. Dank cleverer Schiebetüren konnten beide Sektionen voneinander abgetrennt werden. Echte Luken statt damals gern verbauter Permanentbelüfter sorgen für viel Licht und Luft.

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Zumindest diese Baunummer 139 zeigt sich unter Deck von ihrer besten Seite. Der Ausbau in massivem gewachsten Teak ist hochwertig. Gerahmte Schränke, Schapps, Luken und Türrahmen sind da genauso Beispiele wie gerundete Laibungen oder die in Holz verblendeten Decken und Seitenwände im gesamten Schiff. Lange Handläufe und massive Haltestangen geben Sicherheit auf See und ungewöhnlich viel Stauraum verweist auf die Funktion als Fahrtenschiff.

Spaltmaße oder abgeplatztes Winkellaminat sucht man vergebens, aber ob die Ausbauqualität bei allen OEs derart hochwertig war, darf zumindest bezweifelt werden, denn viele Schiffe wurden als Kaskos zum Selbstausbau ausgeliefert. Wenngleich mit einem detaillierten Ausbauplan, sodass die Qualität trotz Kaskos überwiegend hoch gewesen sei, wie der OEYC auf seiner Webseite bekundet. Manch einem mag der holzlastige Teakausbau heute wie ein maritimes Museum erscheinen, aber letztlich entspricht er dem damaligen Zeitgeist und passt in seiner Konsequenz zur Linienführung des Schiffes.

1 Comment

  1. dem gesagten ist nichts hinzuzufügen. nur das. keine oe32 gleicht innen der anderen hier meine oe32
    http://www.segel-filme.de/boote/mein-bestes-stueck-oe-32/

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