Unter Deck: GFK-Klassiker Ylva

Mit dem schlanken Entwurf der Ylva aus dem Jahr 1973 gelang dem dänischen Konstrukteur Steen Kjølhede ein besonderes Boot, das noch heute Segler allerorten in seinen Bann zieht. Ihr Erfolg auf den Bahnen war einmalig, ihre kompromisslose Eleganz betört noch immer. So sieht sie unter Deck aus

Das flache Freibord der Ylva sorgt unter Deck dafür, dass man eher von einer Kriech- denn Stehhöhe sprechen kann. Backbords am Niedergang tut sich eine kleine Not-Pantry für das Notwendigste auf. Eine erweiternde Arbeitsfläche zum Gemüse-Schneiden lässt sich durchdacht über Scharniere aufklappen. Ihr gegenübergestellt liegt ein ausreichender Kartentisch zum Navigieren. Kochen wie Kartenlesen funktioniert sogar im Stehen – wenn das Niedergangsluk geöffnet ist.

Vorgelagert an den Rumpf angepasst wurden beidseitig jeweils drei Schalensitze (wie im 806er), die tatsächlich eine gewisse Gemütlichkeit versprühen und sich durch einfaches Verrutschen der Polster zu komfortablen Salonkojen umbauen lassen. Mittig steht normalerweise ein kleiner Salontisch, der im Segeleinsatz dankenswerterweise demontierbar ist und genauso im Cockpit funktionale Verwendung findet – wenn beispielsweise bei stilechtem Gammel Dansk oder Kaffee und Kuchen über bestandene Seeabenteuer debattiert wird.

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Das Vorschiff mit einem relativ großen Stauschrank und gegenüberliegendem, kleinem Portapotti wurde durch ein Hauptschott ohne Tür separiert. Davor im Vorschiff liegt eine rumpfformbedingt recht schmale V-Koje, die aber zum bloßen Schlafen (nach besagtem Gammel Dansk) vollkommen ausreicht.

Viele der Ausbauten wurden als Kaskos zum Selbstausbau vergeben, einige von Werften wie Brandt-Møller (Frederikssund) oder Luffe-Yachts (Kolding) ausgebaut. So gibt es kleine Unterschiede im Layout und große in der Qualität. Generell kann man bei der Ylva noch nicht von ‚skandinavischer Ausbauqualität‘ sprechen, die heute synonym für einen gehobenen Standard und ein edles Finish steht. Im Gros sind die Boote einfach, aber funktional gefertigt. Was vollkommen okay ist: Designer Steen Kjølhede hatte nie ein komfortables Wohnschiff vor Augen, als er die Ylva zeichnete, sondern ein schnelles Boot mit betörenden Linien. So gesehen ist der Entwurf voll gelungen.

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