Yacht-Interieur: Kleiner Atlas der beliebtesten Holzarten

Auch auf Kunststoffbooten sind Holzelemente gern gesehen. Sie werden als warm, lebendig und schiffig betrachtet. Doch welches Holz kann was?

Eiche

Eiche ist das bekannteste europäische Hartholz für den Bootsbau. Die Eiche ist sehr artenreich, es sind ca. 300 Arten bekannt, davon sind 20 in Europa heimisch. Typisch für alle Eichenarten sind die deutlichen radialen Markstrahlen, die im Holzbild als kleine Spiegel erkennbar sind. Sie sorgen für die strukturierte Oberfläche, die Eichenhölzer so beliebt macht. Die Farbe ist mehr oder weniger blass hellbraun, zuweilen mit Stich ins Rötliche.

Mit einer Dichte von 0,6 bis 1 je nach Art ist Eichenholz tendenziell eher schwer. Im modernen Innenausbau mit furnierten Sandwichplatten macht sich das allerdings weniger bemerkbar als im klassischen Bootsbau, wo Vollholz verarbeitet wird. Eichenholz ist außerdem reich an Gerbsäure, was im Bootsbau mit Vollholz berücksichtigt werden muss. Eisenhaltige Schrauben oder Nägel sind entsprechend zu vermeiden.

Mahagoni

Mahagoni zählt zu den klassischen Bootsbauhölzern sowohl für den Rumpf als auch für den Innenausbau. Dabei ist zu beachten, dass die echten Mahagoniarten aus Südamerika extrem selten und teuer geworden sind. Sie gehören zur Pflanzengattung Swietenia. Zudem ist die dunkle Atmosphäre, die das tiefrote Holz einem Boot unter Deck verleiht, etwas aus der Mode gekommen. Nichtsdestotrotz verleihen Innenausbauten aus Mahagoni Booten einen schiffigen Charakter.

Esche

Eschenholz gehört zu den klassischen einheimischen Bootsbauhölzern. Typisch für sein Erscheinungsbild sind die helle graubraune, bei einigen Arten fast weiße Farbe und die deutlich erkennbaren Poren. Diese Poren verleihen der Esche im Anschnitt die typische Maserung. Unter anderem wegen dieser Zeichnung ist die Esche ein verbreitetes Möbelholz besonders für Sichtflächen, das schließlich auch den Weg in den Innenausbau von Yachten gefunden hat.

Die Dichte ist mit derjenigen der Eichenhölzer zu vergleichen. Esche weist auf der einen Seite eine höhere Biegefestigkeit auf als Eichenholz und ist leichter zu verarbeiten. Auf der anderen Seite ist es weniger dauerhaft als Eiche. Klassischerweise wird Eschenholz für Riemen, Klampen und Flaggenstöcke eingesetzt, also Teile, die nicht unbemerkt vor sich hingammeln.

Teak

Teak gehört wie Mahagoni zu den klassischen Bootsbauhölzern aus den Tropen. Wie Mahagoni erzeugt Teak eine eher dunkle Atmosphäre, der goldene Farbton jedoch wird von vielen geschätzt. Im Bootsbau von besonderer Bedeutung sind diverse sekundäre Pflanzenrohstoffe, die das Holz auf der einen Seite sehr widerstandsfähig gegen Schädlinge und Fäulnis machen, auf der anderen Seite aber dazu führen, dass sich das Holz nur schwer verleimen oder lackieren lässt.

Für naturbelassene Decks ist das Holz wie gemacht, mit lackierten Handläufen oder ähnlichem wird man eher Probleme haben. Unter Deck sind Beschichtungen etwas dauerhafter aufgrund der fehlenden Belastung durch UV-Strahlen und Salz. Eine beliebte Variante sind klar lackierte Rahmenhölzer aus Teak rund um einfarbige Platten.


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